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Im Home Office produktiv arbeiten – so klappt es

Im Home Office produktiv arbeiten – so klappt es

Von zu Hause arbeiten – das klingt für viele von uns richtig verlockend. Ist es auch. Jedoch ist es nicht immer ganz so einfach, man muss schon sehr diszipliniert sein, um im Home Office produktiv arbeiten zu können. Oder man kennt ein paar gute Tipps. Zufälligerweise habe ich welche auf Lager und ich teile sie selbstverständlich gerne mit dir.

Mein Weg in die Selbständigkeit. Aus dem Home Office.

Als ich mich 2010 selbständig gemacht habe, habe ich mein Business von zu Hause aus gestartet. Aus dem Home Office. Ich habe mir einen Schreibtisch gekauft und diesen in mein kleines Arbeitszimmer neben der Küche gestellt. Zusammen mit dem iMac, dem iPhone und einem guten Drucker war das alles, was ich für den Start gebraucht habe. Damals war ich unglaublich glücklich, selbst über meine Zeit bestimmten zu können und ging gleich vom ersten Tag an außerst motiviert an die Sache heran. Ein paar Wochen später kam dann die Ernüchterung, ich kam mit diesem Setting gar nicht klar. Das kleine Arbeitszimmer war nichts für mich, ich fühlte mich darin nicht wohl. Und das führt mich auch schon zum ersten Tipp, den ich dir unbedingt ans Herz legen möchte, wenn du im Home Office produktiv arbeiten möchtest:

Meine Tipps, wie du auch im Home Office produktiv arbeiten kannst
Meine Tipps, wie du auch im Home Office produktiv arbeiten kannst

 

Im Home Office produktiv arbeiten:

Tipp 1: Trenne dein Büro räumlich so weit vom restlichen Leben wie möglich

Mit meinem kleinen Arbeitszimmer hatte ich damals zwar einen Raum, aber er war viel zu klein. Ich musste das ganze Haus durchqueren, wenn ich meine Ordner für die Buchhaltung holen wollte. Außerdem lag mein Arbeitszimmer genau neben unserer offenen Wohnküche mit dem Esszimmer. Wenn ich Pause machte, abends in der Küche stand oder am Esstisch saß, hörte ich alles, was im Arbeitszimmer vor sich ging. Jede eingehende E-Mail, jede Skype-Nachricht. Und bei jedem „Pling“ spitzte ich die Ohren und ging nur mal kurz ins Arbeitszimmer nachsehen, wer denn etwas geschrieben hatte.

Natürlich war ich zu Beginn meiner Selbständigkeit übermotiviert, wollte keine Kundenanfrage oder -antwort verpassen. Aber dieses ständige Nachsehen gehen führte dazu, dass ich auch ständig arbeitete. Ich setzte mich zum Beispiel mittags nach einem kleinen Lunch liebend gerne für 30 Minuten auf die Couch und las ein paar Seiten. Dabei bekam ich alles mit, was im Arbeitszimmer vor sich ging und es konnte passieren, dass ich in der Pause 5x nachsehen ging. Von Entspannung und Abschalten konnte dabei keine Rede sein.

Schlussendlich kapierte ich das und zog mit meinem Büro einen Stock tiefer. Dort hatte ich einen großen Raum für mich, in den ich auch einen großen Schrank für alle Unterlagen, Ordner und benötigte Dinge stellen konnte. Außerdem leistete ich mir einen größeren Schreibtisch und nutzte einen zweiten Raum als Lager für Papier, Druckmuster, Kamerazubehör, Dekomaterial und allerlei Krimskrams. Das hatte gleich zwei wichtige Vorteile:

  • Erstens blieb mein Büro so immer relativ ordentlich, denn ich verstaute alles, was ich nicht unmittelbar und ständig brauchte, im Schrank oder im Lager.
  • Zweitens hatte ich so einen kleinen „Arbeitsweg“. Ich ging zum Arbeiten einen Stock tiefer und kam zum Pausemachen nach oben. Diese räumliche Trennung hat mir sehr gut getan. In der Zeit, in der ich arbeitete, konzentrierte ich mich ganz auf meinen Job. In den Pausenzeiten hatte ich wirklich frei und bekam nicht mit, welche Töne mein E-Mail, mein iPhone oder der Computer von sich gab.

 

Meine Tipps, wie du auch im Home Office produktiv arbeiten kannst

 

Im Home Office produktiv arbeiten:

Tipp 2: Bequemlichkeit vor Eitelkeit

Ich habe nach der Gründung meiner Agentur 7 Jahre im Home Office gearbeitet, bevor wir unser Office in Graz bezogen haben. Man könnte also sagen, ich habe die Home Office Sache ziemlich perfektioniert. 🙂 Wenn man über produktives Arbeiten im Home Office liest, kommt man so gut wie immer an die Stelle, wo es heißt, man solle sich auch zu Hause so anziehen, als würde man ins Büro gehen. Das kann ich nicht bestätigen. Ich habe sehr oft in einer bequemen Stoffhose gearbeitet. Okay sagen wir es so, wie es ist: Ich habe in Jogginghosen gearbeitet. Ganz einfach, weil ich das unglaublich bequem fand. Meine Produktivität hat niemals darunter gelitten.

Ich gebe auch zu, ich habe ungeschminkt gearbeitet. Mit verwuschelten Haaren. Und manchmal mit einem Kaffeefleck auf meinem T-Shirt. Warum hätte ich es auch anders machen sollen, wenn mich sowieso niemand sieht? Für Termine habe ich mich jedoch immer ordentlich angezogen, frisiert, geschminkt und auch schon mal das Business Kostüm rausgeholt. Allerdings war es toll, nach dem Termin wieder in bequeme Sachen zu schlüpfen.

Wenn du hübsch anziehen, schminken und zurechtmachen als Start in den Tag brauchst, dann mach genau das. Setzt dich im Bleistiftrock an den Schreibtisch, wenn es dir gut tut. Trag knalligen Lippenstift, Nagellack, Rouge und das volle Programm. Wenn du aber das Gefühl hast, du kannst in Jogginghose genauso gut arbeiten (oder besser), dann lass dir nichts Gegenteiliges einreden. Tu es einfach! Meinem Business hat es niemals geschadet und ich mochte einfach das Gefühl, völlig selbst entscheiden zu können, wie ich mich vor den Computer setze. Außerdem war das in stressigen Zeiten sehr effektiv. Ich habe dann vom Bett gerade mal 10 Minuten bis zum Schreibtisch gebraucht – inkl. anziehen, Zähneputzen und Frühstück mitnehmen.

Meine Tipps, wie du auch im Home Office produktiv arbeiten kannst
Meine Tipps, wie du auch im Home Office produktiv arbeiten kannst

 

Im Home Office produktiv arbeiten:

Tipp 3: Private To-Dos an berufliche dranhängen

Im Home Office lässt man sich viel leichter von privaten Dingen ablenken als im Büro. Das muss nicht immer schlimm sein, deshalb habe ich Ablenkungen gleich von vorneherein schlau in meinen Arbeitstag eingeplant. Schnell eine Ladung Wäsche in die Maschine werfen, für das Abendessen einkaufen, die Spülmaschine ausräumen, die Katzentoilette sauber machen… Wenn man sich mal ablenken lässt, hat man mir nichts dir nichts eine Stunde verplempert.

Deshalb habe ich mir immer – wirklich immer! – To-Do-Listen für den Tag geschrieben. Auf die Liste kamen natürlich alle beruflichen To-Dos und die Dinge und die privaten Erledigungen, die sich kombinieren ließen.

  • Den Einkauf fürs Abendessen habe ich so einfach auf dem Heimweg von einem Termin in 5 Minuten erledigt und bin nicht extra gefahren.
  • Die Wäsche habe ich in die Waschmaschine gesteckt, bevor ich in die Mittagspause gegangen bin.
  • Die Spülmaschine habe ich am Ende meiner Mittagspause ausgeräumt, bevor ich wieder ins „Büro“ gegangen bin.

Die Liste kann man ewig fortsetzen, aber du siehst, ich habe solche Dinge nie statt richtiger Arbeit getan, sondern immer nur eine private Sache (Wichtig: Nur eine!) an eine berufliche drangehängt. So war das ruckzuck erledigt und man kommt gar nicht auf die Idee „hängen zu bleiben“ und dann plötzlich zu merken, dass man den halben Tag irgendwas Unwichtiges getan hat, statt produktiv zu arbeiten.

Was ich jedoch nie gemacht habe, war zum Beispiel in der Pause Netflix einzuschalten. Nur mal schnell eine Serie schauen artet meistens aus und es werden zwei daraus. Oder fünf. Solche Dinge gab es wirklich nur am Abend. Da muss man einfach konsequent bleiben.

Meine Tipps, wie du auch im Home Office produktiv arbeiten kannst

 

Im Home Office produktiv arbeiten ist auch eine Sache der Organisation

Home Office kann richtig toll sein. Meine 7 Jahre Home Office habe ich wirklich genossen. Danach war es aber einfach Zeit für eine Veränderung und auch jetzt im Büro fühle ich mich sehr wohl. Ich gebe zu, man muss konsequent sein, wenn man im Home Office produktiv arbeiten möchte. Man muss sich ständig selbst an der Nase nehmen. Mein großes Glück war, dass ich mit Aufträgen eigentlich immer sehr gut ausgelastet war und ich so wirklich selten auf die Idee kam zu trödeln. Darüber hinaus kann ich wirklich sehr konsequent und konzentriert sein, wenn mir etwas wichtig ist – auch über den ganzen Tag hinweg. Eine Eigenschaft, die gerade in der Selbständigkeit ziemlich nützlich ist.

Wenn du überlegst auf Home Office umzusteigen oder dich von zu Hause aus selbständig machen möchtest, kann ich nur sagen: Es kann eine richtig gute Entscheidung sein, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Du hast niemanden der fragt, ob du dieses oder jenes schon gemacht hast. Niemand geht automatisch mit dir auf Mittagspause. Du verbringst deine Kaffeepause alleine mit dir. Außer du wirst selbst aktiv, setzt dich aufs Rad oder ins Auto und besuchst Kollegen. Die haben jedoch auch Arbeit und können sich nicht nur mit dir beschäftigen. Mittagspausen-Dates fand ich da immer super. Die Zeit dafür ist überschaubar, man versumpft nicht und bleibt drei Stunden weg. Ich treffe mich auch heute noch mehr oder weniger regelmäßig mit ganz lieben Kolleginnen von früher. So kommt man mal ein bisschen raus und kann sich auf den neuesten Stand bringen, was Tratsch und Klatsch betrifft.

Termine mit Kunden waren für mich auch immer eine schöne Abwechslung, um raus zu kommen und später wieder im Home Office produktiv arbeiten zu können. Kurz gesagt: Man muss selbst aktiv werden, man muss sich selbst darum kümmern, dass man auf dem Laufenden bleibt und nicht das Gefühl hat, zu Hause alleine zu versauern. Der Vorteil: Man kann viel konzentrierter arbeiten, weil man nicht gestört wird. Niemand redet dazwischen, tratscht am Nachbartisch oder will ständig irgendwelche Dinge haben oder Meetings einberufen.

Schlussendlich kann Home Office eine richtig gute Sache sein. Zum Beispiel freitags mache ich es auch jetzt noch ab und zu. Dann erspare ich mir die Fahrt ins Büro und bin schneller im Wochenende. Ja, man muss Disziplin haben, um im Home Office produktiv arbeiten zu können. Aber wenn man strukturiert und mit System an die Sacher herangeht, bringt es auch viele Freiheiten und nicht zuletzt einen Vorteil für die persönliche Work-Life-Balance.

Wie ist es bei dir? Arbeitest du lieber im Büro oder bist du ein Home Office Verfechter?

 

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7 comments

  1. Liebe Viktoria, vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel und den interessanten Einblick in Deine Arbeit. Ich habe bisher wenig Home Office Erfahrungen, weil mein Arbeitgeber diesem Thema sehr kritisch gegenübersteht. Daher gibt es Home Office nur im absoluten Ausnahmefall, z.B. als letzten Sommer der G20 Gipfel war und unsere Firma nur noch zu Fuß erreichbar war. Da durften wir drei Tage von zu Hause aus arbeiten. Ich fand es eine gute Erfahrung, bin aber natürlich nicht dafür eingerichtet, d.h. ich habe nur eine kleine Büroecke im Ankleidezimmer. Für den Privatkram reicht es, aber das Arbeiten lief nicht so gut. Das fand dann doch eher am Esstisch statt. Es war auch seltsam, morgens allein den Kaffee zu kochen und zu trinken, alleine Mittagspause machen. Da haben mir meine Kollegen echt gefehlt. Aber ich war ein wenig produktiver, da ich kein Diensthandy habe und so nur per Mail erreichbar bar. Da habe ich gemerkt, wie viel Zeit beim telefonieren verstreicht, gerade mit langjährigen Kunden teilt man auch das eine oder andere private Erlebnis.
    Meine Kollegen haben ähnliche Erfahrungen gemacht und wir haben daraus Konsequenzen gezogen. Wir haben unseren Chef überzeugt, telefonisch nur noch zu bestimmten Zeiten erreichbar zu sein und außerhalb dieser Zeiten die Anfragen über Kontaktformulare und FAQs aufzufangen. Das klappt ganz gut. Und wir bearbeiten unsere Mails zu festen Zeiten, meistens so 2 -3 mal pro Tag. Ich arbeite in einer Branche, in der das möglich ist. Ich glaube, ich bin nicht der Typ fürs dauerhafte Home Office, mir fehlt tatsächlich der Austausch mit den Kollegen. So ein kleiner Schwatz zwischendurch kann ungemein förderlich sein, wenn man nicht gerade über nicht anwesende Kollegen lästert. Ich köchle sonst viel zu sehr in meiner eigenen Ideensuppe und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Aber so ein, zwei Tage im Monat wären schon schön, morgens kein Stau, ein wenig länger im Bett bleiben und trotzdem rechtzeitig anfangen. Vielleicht kriegen wir unseren Chef ja noch soweit.
    Liebe Grüße aus Hamburg, Claudia

    1. Liebe Claudia,
      ich kann dich absolut verstehen. Im Moment genieße ich auch jeden Tag im Büro, alleine schon wegen dem Austausch mit meinen Kolleginnen. Seit ich das wieder habe, merke ich, dass es mir gefehlt hat. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Meine Pausen sind jetzt länger, man redet auch mal länger über ein Thema… Im Home Office ging das zackiger und ich habe natürlich auch keine Zeit für die Fahrt ins Büro „verschwendet“.
      Ich sehe es übrigens wie du: So ab und zu Home Office würde mich heute auch noch gut gefallen. Vor allem zum Beispiel freitags. Vielleicht werde ich das demnächst wieder einführen. 2 Freitage im Monat oder so… Mal sehen.
      Danke für deinen Kommentar! Hab einen wunderschönen Tag!
      Viktoria

  2. Hallo Viktoria,

    ich arbeite lieber auswärts. Wenn ich zuhause bin, schiebe ich das Lernen immer viel zu lange vor mir her und mache lauter andere Sachen anstatt zu lernen. Auf einmal habe ich das Bedürfnis die komplette Dreckwäsche durchzuwaschen und zu bügeln, meinen Schminktisch aufzuräumen oder die Herdplatte zu putzen. Haushalt ist so ziemlich der größte Ablenkfaktor bei mir zuhause, aber auch Netflix ist eine ziemlich große Verführung – im Gegensatz zu dir habe ich da nicht so eine große Selbstdisziplin. Selbst Essen kochen nimmt schon sooo viel Zeit weg, da fahre ich lieber weg und nehme mir da etwas zum Essen mit, was ich nebenbei essen kann und mir nicht so viel von meiner Zeit stiehlt. Natürlich ist das nicht immer so, es kommt bei mir auch immer ein bisschen auf den Tag an. Es gibt einfach Tage, an denen ich zuhause unglaublich produktiv bin und viel schaffe, aber leider vermehrt auch Tage, an denen ich irgendwie gar nichts schaffe.
    Mir hat dein Beitrag sehr gut gefallen! Gerade der erste Tipp würde mich sehr weiter bringen, nur leider ist es nicht immer so einfach seinen Arbeitsbereich abzugrenzen. Da hast du wirklich Glück, dass du dafür in den Keller ziehen konntest und du dort deine Ruhe hattest!

    Alles Liebe, Laura

    1. Liebe Laura,
      oh ja, ich verstehe dich sehr gut. Mit der Hausarbeit hatte ich am Anfang auch meine Probleme. Irgendwie hat es sich aber glücklicherweise von selbst geregelt, da ich dafür dann durch die Auftragslage zu wenig Zeit hatte und das einfach auf nach der Arbeit verschieben musste, sonst hätte ich mein Pensum nicht geschafft. Das ist dann natürlich nochmal eine anderer Druck und ich musste sozusagen. Ich finde übrigens, dass nicht jeder unbedingt im Home Office arbeiten „muss“, nur weil es gerade ziemlich „in“ ist. Wenn man sich außerhalb wohler fühlt und viel produktiver ist, sollte man das unbedingt nutzen. Im Moment arbeite ich auch viel lieber im Büro, schon alleine wegen dem Austausch mit meinen Kolleginnen. 🙂

      Liebe Grüße und hab einen schönen Tag!
      Viktoria

  3. Arbeite selbst im HomeOffice, von daher weiß ich, dass es vor allem viel Disziplin braucht. Klar, eine angenehme Umgebung hat man, schließlich arbeitet man zuhause, aber Selbstorganisation und Disziplin sind das A und O. Ansonsten, ist dem Artikel nicht viel hinzu zu fügen, sehr informativ und angenehm geschrieben! LG Tabea

    1. Hallo Tabea,
      danke für deinen Kommentar, ich freue mich, wenn du die Sache so siehst wie ich.
      Den Werbelink habe ich entfernt. 😉

      Liebe Grüße
      Viktoria

  4. Arbeit von zu Hause aus kann nur wirklich effektiv und gut für unser Leben sein, wenn wir sie von Anfang strickt trennen. Man sollte unter keinen Umständen das Privatleben mit dem beruflichen verbinden. Eine gute Organisation und Selbstdisziplin sind die Grundvoraussetzungen.

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