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Wie erreicht man alles was man will? Ein Interview mit Sonja Wimmer

Wie erreicht man alles was man will? Ein Interview mit Sonja Wimmer

Foto: Hotel Harmonie Vienna / Cathrine Stukhard 

Kürzlich war ich im Boutique Hotel Harmonie Vienna und habe dort nicht nur 2 wunderschöne Tage verbracht, sondern mich auch ausführlich mit Hotelmanagerin Sonja Wimmer unterhalten und ihr eine Frage gestellt: Wie erreicht man alles was man will? Die erfolgreiche Triathletin, Ironman-Teilnehmerin und frischgebackene Hotelier des Jahres hat mir im Gespräch verraten, was wir Frauen uns von Sportlern abschauen können, um all das zu erreichen, was wir uns wünschen.

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Foto: (c)Cathrine Stukhard

Von Osttirol nach Wien

Wir haben es uns in der Bibliothek gemütlich gemacht, duftender Kaffee steht vor uns, im Hintergrund läuft leise Klaviermusik. Mir gegenüber sitzt Sonja Wimmer, Hotelmanagerin des Boutique Hotel Harmonie Vienna, mehrfache Staatsmeisterschaftsmedaillen-Gewinnerin, Ironma-Teilnehmerin sowie Siegerin des internationalen Cross Triathlon und erzählt mir ein bisschen über ihre Jugend. Geboren in Salzburg und aufgewachsen in einem 10.000 Einwohner Ort war ihr rasch klar, dass sie für ihr Studium weg muss. Sie entschied sich für BWL mit Schwerpunkt Tourismus, der Bruder studierte bereits in Wien und so war auch gleich die Wohnungsfrage geklärt.

Wie alles begann

Sportlich war Sonja Wimmer schon immer. Aber als sie mit 25 in Klagenfurt als Zuschauerin beim Ironman dabei war, war die Faszination so groß, dass sie sich ein Ziel setzte: Da möchte ich mitmachen. Ein Jahr später war es dann wirklich so weit. Zeitgleich mit ihrem Einstieg in eine Führungsposition nahm sie an ihrem ersten Ironman teil und legte den Grundstein für die Karriere als Leistungssportlerin.

Leistungssport und Karrierefrau

Unter uns, mir fällt es zeitweise schon schwer Hobbysport und Job unter einen Hut zu bringen, um wie viel schwieriger muss es dann erst mit Leistungssport sein? „Basis für ein gutes und erfolgreiches Ironman-Training ist ein Trainingsplan, der abgestimmt ist auf den eigenen Alltag“, erzählt Sonja Wimmer. „Und dann heißt es durchziehen. An den Plan halten und jeden Tag konsequent durchstrukturieren.“

An 4 Tagen in der Woche stand zwei mal täglich Training am Programm, an den restlichen 3 Tagen einmal. Morgens stand Sonja bereits um 6 Uhr in der Schwimmhalle, gefrühstückt und geschminkt wurde im Auto, zwischen 8 und 8:30 Uhr ging der Arbeitsalltag los. Später war zwischen 18 und 19 Uhr noch Lauftraining angesagt. Aber damit war es noch nicht getan. „Am Abend plant man was man isst, damit man um 6 Uhr früh aufstehen und leistungsfähig sein kann“, erzählt sie. Die Effizienz zieht sich durch alle Lebensbereiche. Shopping wurde zum Beispiel an die Mutter ausgelagert. Wenn Sonja einen schwarzen Rock brauchte, zog ihre Mutter los und erstattete Bericht, wo es schwarze Röcke gibt, die ihr passen könnten. Sonja musste dann einfach nur noch ins Geschäft, probierte die 3 von der Mutter ausgesuchten Röcke an und so war das Shopping in einer Stunde erledigt.

Was man vom Sport für die eigene Karriere und Führungsfunktion lernen kann

Heute hat Sonja Wimmer 35 Mitarbeiter unter ihrer Verantwortung. Führung ist ihr sehr wichtig und sie nimmt ihre Führungsfunktion auch sehr ernst. „Mein Einstieg als Führungskraft in die Hotellerie passierte damals sehr plötzlich, ich hatte noch keine Führungserfahrung. Das Leben als Sportlerin hat mir jedoch unglaublich viel an Lebenserfahrung mitgegeben und ich habe sehr viel über den Umgang mit Menschen gelernt.“, erzählt Sonja. Zum Beispiel dass es Phasen gibt, in denen man von seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verlangen muss, dass sie mehr machen als normal. Aber auf eine solche Phase muss immer Erholung folgen. Genauso ist es im Wettkampf. Man muss auch danach Luft holen und sich regenerieren. Niemand kann immer nur Vollgas geben. „Das sind im Sport banale Dinge, aber genau das habe ich in meine Führungsrolle mitgenommen“, schmunzelt sie.


Foto: (c)Cathrine Stukhard

5 persönliche Tipps von Sonja Wimmer:
Wie erreicht man alles was man will?

Ziele definieren

Eine wichtige Sache die Sonja vom Sport gelernt hat sind Ziele. Sie arbeitet immer mit Zielen und definiert sich Ziele, bei allem was sie macht. „Ziele sind der entscheidende Motivator“, sagt sie. „Ich definiere ein Ziel und lege mir eine Strategie zurecht, die für den Alltag umgesetzt wird. Das heißt, ich weiß dann genau an welchen Hebeln ich drehen muss, damit ich das Ziel erreiche.“

Keine Anstrengung scheuen

Ziele erreichen ist jedoch auch anstrengend. „Man muss auch etwas investieren, damit man etwas bekommt. Viele Leute glauben, sie können morgens immer noch gemütlich aufstehen, wenn sie für den Ironman trainieren. Das geht einfach nicht. Man bekommt nichts geschenkt, man muss hart dafür arbeiten. Man muss etwas hergeben, wenn man etwas will!“, bringt Sonja es auf den Punkt. Im Vordergrund muss jedoch immer das was man selbst will stehen. Egal was die Leute sagen, das Ziel muss auch Spaß machen. Man muss solche Dinge immer für sich selbst tun und für niemanden sonst.

Flexibel sein

Bei Sonja gibt es nur ein Motto: Alles oder nichts. Sie erzählt, dass sie sich wahnsinnig freuen kann, wenn sie etwas erreicht hat, aber Mittelmaß langweilt sie. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kämpft sie dafür. „Aber es ist auch wichtig immer wieder inne zu halten und nach links und rechts zu schauen. Die Dinge und Voraussetzungen ändern sich. Manchmal ist es wichtig, das Ziel um kleine Nuancen anzupassen. Das ist wichtig und gesund und bewahrt vor Enttäuschungen“, verrät sie.

Nicht aufgeben

Sonja Wimmer verrät aber auch, dass nicht immer alles beim ersten Anlauf klappt. „Bei all den tollen Dingen, die in den letzten 2 Jahren passiert sind, habe ich fast immer zwischen zwei und vier Anläufe gebraucht. Selten klappt etwas sofort. Man darf die Flinte nicht sofort ins Korn werfen“. Wichtig sei, dass man Rückschläge oder Absagen nicht persönlich nimmt. Manchmal passt es eben nicht. Und oftmals braucht es einfach die mehrfachen Kontaktaufnahmen um Vertrauen beim Gegenüber aufbauen zu können. „Irgendwann denken dann die Leute an dich, wenn es eben passt. Vieles ist eine Entwicklung und ein Prozess. Nichts, was ab dem ersten Tag an funktioniert.“ Drehen, bewegen, entwickeln ist Sonja Wimmer sehr wichtig. „Wir müssen uns bewegen. Stillstand ist Rückschritt!“, sagt sie mit Begeisterung in der Simme.

Sachliche Argumente

Sonja Wimmer hat mit 25 im Hotel angefangen. Als Frau hatte sie es damals auch nicht immer leicht, gesteht sie. Pupperl hat man sie zum Beispiel genannt. „Aber das ist eben manchmal einfach so“, sagt sie mit einem Schulterzucken. Darüber aufregen wäre sinnlos. Sachliche Argumente sind ein viel besserer Zugang und es sei wichtig, dass man das Thema von Frau / Mann weg und wieder auf die eigentliche Sache bringt.

Und die Zukunft?

Als ich sie frage, welche Ziele denn so für die Zukunft anstehen, lächelt sie. „Beim Leistungssport bleibt unglaublich viel auf der Strecke“ sagt sie mit ein bisschen Wehmut in der Stimme. Aber nachdem Sonja die aktive Karriere als Leistungssportlerin kürzlich an den Nagel gehängt hat, bleibt jetzt mehr Zeit, um einfach einmal spontan Freunde zu treffen oder nach Feierabend ein längeres Telefongespräch zu führen. „Platz machen für andere Dinge“, sagt sie lachend. Und gleichzeitig erzählt sie, dass sie aber auch schon wieder ganz viele andere Dinge und Ideen im Kopf hat. Für das Hotel, für sich selbst. Für einiges gibt es schon konkrete Strategien und Pläne, andere sind gerade im Wachsen.

Ich bin mir sicher, dass Sonja auch in Zukunft Erfolg haben wird. Sie schaut nicht nur was andere machen, sie nimmt auch das bisschen mehr an Anstrengung in Kauf, das eben oft über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. „Aber zum Lachen haben wir hier immer Zeit“, sagt sie abschließend und lächelt in Richtung Rezeption.

Als ich mich verabschiede, bin ich richtig beeindruckt. Von Sonja der Karrierefrau. Von Sonja der Leistungssportlerin. Von Sonja der Visionärin. Aber vor allem von Sonja, die so unglaublich sympathisch bodenständig geblieben ist und sich für unser Gespräch richtig viel Zeit genommen hat.

Mich hat das Gespräch mit Sonja unglaublich motiviert und mir wieder einmal gezeigt, was alles möglich ist. Vielleicht schaffe ich es ja, dieses positive Gefühl über diesen Blogpost an dich weiterzugeben.

0 comments

  1. Das ist ja echt ein mega spannender Blogpost geworden – denn ganz ehrlich: Ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass man im Leistungssport lernt, eine Führungsrolle einzunehmen.
    Aber gerade was Sonja da über Ruhe und Erholung nach einer größeren Anstrengung schreibt, klingt für mich mehr als logisch – und ich glaube, manche Arbeitgeber vernachlässigen das leider völlig.

    Ziele brauche ich übrigens auch immer! Entweder ein guter Abschluss, ein guter Job oder ein Leben, in dem das Geld fürs eigene Pony reicht und die Zeit ebenfalls, spornen mich gerade immer abwechselnd an, in der Hochschule gut zu sein 😉
    Aber auch die anderen Tipps klingen einfach nur perfekt… Sonja ist wirklich ein ganz schön vorbildlicher Mensch!

    Und ihre neuen Ziele abseits vom Sport gefallen mir sehr gut, denn ich merke auch, dass ich mir neben der Schule wieder mehr Zeit für meine Freunde nehmen sollte.

    Liebe Grüße

    1. Oh ja, das sehe ich genauso. Sonja ist definitiv eine sehr inspirierende Frau und das Interview hat großen Spaß gemacht. Ich finde auch, dass man sich da einiges abschauen bzw. für sich selbst modifizieren kann.

  2. Ein sehr schönes Interview. Das mit dem positiven Gefühl ist dir auf jeden Fall geglückt 🙂

    1. Das freut mich, danke!

  3. Sehr spannender Bericht! Respekt so ein Training neben einem normalen Job durchzuziehen, dazu gehört echt ordentlich Biss.

    Liebe Grüsse

    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at

    1. Ja, das finde ich auch. Ich glaube, ich hätte das nie und nimmer geschafft.

  4. Toller Beitrag 🙂

  5. Super Tipps, ein Blog mit Substanz 🙂
    Wirst du hier auch die dm Weihnachtsbox vorstellen? Wäre klasse

    1. Danke! Ich hatte leider nur Zeit dafür die Box auf Instagram zu zeigen. Einen Blogpost darüber schaffe ich leider nicht, tut mir leid.

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