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Ein Tag in Wien: Zwei Spaziergänge durch die Hauptstadt

Ein Tag in Wien: Zwei Spaziergänge durch die Hauptstadt

Während die Regentropfen leise gegen die Fensterscheibe prasseln und kleine Rinnsale und Spuren hinterlassen bin ich mit meinen Gedanken ganz wo anders. Und obwohl ich eigentlich noch etwas Sinnvolles tun sollte, wie zum Beispiel Officework, klicke ich mich durch Hotelseiten und träume ebenfalls davon, Spuren zu hinterlassen. Wie Flugzeuge, die ihre Kondensstreifen kreuz und quer über den Himmel ziehen.

Ich möchte unbedingt noch weg vor Weihnachten und nach dem „Komm einfach mal vorbei“ von meiner Freundin neulich ist klar, dass ich im November ein Wochenende in Wien verbringen möchte. Seit sie weggezogen ist, vermisse ich sie nämlich ziemlich. Vor allem in der Vorweihnachtszeit, wenn wir nicht mehr gemeinsam Punsch trinken gehen können. Aber im November, wenn es dann überall die Christkindlmärkte gibt, werde ich mich ins Auto setzen und die 2,5 Stunden zu ihr nach Wien fahren. 2,5 Stunden was ist das schon? Ein Wimpernschlag im Vergleich zu der Zeit, die man vielleicht sinnlos irgendwo verbringt. Ein bisschen mehr Spontanität tut mir manchmal ganz gut und sowieso bin ich der Meinung, dass man viel mehr kleine Ausflüge machen sollte um die Zeit bis zum nächsten größeren Urlaub zu überbrücken und ab und zu ein bisschen raus zu kommen.

Deshalb habe ich mich mit Wien Tourismus zusammen getan, wo man Wien jetzt interaktiv gemeinsam mit sogenannten Insidern entdecken kann. Hat ein bisschen was von einem Follow Me Around und man lernt nicht nur Wien, sondern auch die Person kennen, die einem auf den persönlichen Spaziergang durch die Stadt mitnimmt – Sightseeingtipps inklusive. Bevor ich in einer Stadt fahre, google ich ja immer nach Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants oder frage euch auf Twitter. So ganz ohne Plan irgendwo hin zu fahren finde ich schade, denn dann sieht man vielleicht nur das, was direkt an der Straße liegt oder eben an erster Stelle in Reiseführern steht. Nicht selten macht es aber viel mehr Spaß, einen Blick auf das nicht so Offensichtliche zu werfen.

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Ein Spaziergang durch die Kunstszene Wiens

Künstler Christian Bazant-Hegemark zeigt uns auf seinem Spaziergang die künstlerischsten und genussvollsten Ecken Wiens. Er startet im Breakfast Club und schlendert durch die Schleifmühlgasse, wo Galerien wie bunte Pilze aus dem Boden sprießen – wie zum Beispiel die von Georg Kargl und Christine König. An der nicht mehr ganz zeitgenössischen Henry-Moore-Statue vorbei bummelt er zur Karlskirche und empfiehlt das im Sommer stattfindende „Kino unter den Sternen“, das man ­am besten nach Sonnenuntergang besucht. Weiter geht’s zum MuseumsQuartier, dem Leopold Museum, dem mumok und der Kunsthalle Wien. Mit dem Rad radelt Christian die Ringstraße hinunter zur MUSA Startgalerie, wo junge Künstler oftmals ihre ersten Ausstellungen haben. Zum Runterkommen spaziert er schließlich zum Brunnenmarkt, dem kleinen, geheimen Bruder vom Naschmarkt. Hier spielt sich Wiens buntes Multikulti-Leben ab. Im Café An-Do am Yppenplatz klingt der Tag aus – selbstverständlich mit einer Wiener Melange.

 

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Eine musische Tour durch Wien

Annemieke van Dam ist Niederländerin. Sie tanzt und singt sich für den Spaziergang durch Wien. Gestartet wird im Heuer am Karlsplatz mit Kipferl und Kaffee und anschließend geht‘s weiter zum Naschmarkt. Vorbei am Theater an der Wien kommt Annemieke am altehrwürdigen Café Sperl vorbei, das einst nur Frauen beschäftigte, weil sich der Besitzer nicht mit grantigen Kellnern herumschlagen wollte. Mittlerweile hat sich die Männerquote aber gebessert. Ein wenig außer Atem erreicht sie die Mariahilferstraße und erforscht die Shoppingszene des 7. Bezirks. Dass Annemieke alle Tassen im Schrank hat, erfahren wir im Decoo Lifestyle, wo es alles gibt, was das kreative Herz begehrt. Trällernd spaziert sie durch in den Stadtpark und nach einem Stopp am Gartenbaukino wird es richtig musisch: Sie taucht ein in die Klang- und Farbwelten des Haus der Musik. Annemieke ist in ihrem Element und dirigiert sogar virtuell die Wiener Philharmoniker. Dann ruft die Arbeit: Seit 2012 ist Annemieke im Ronacher engagiert, einem der zwei Musicalhäuser der Vereinigten Bühnen Wien. Haare machen, schminken und rein ins Kostüm – plötzlich hüpft Mary Poppins aus der Garderobe.

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Vielleicht habe ihr ja auch bald einmal vor nach Wien zu reisen und könnte ein paar Tipps dafür mitnehmen. Ich kann euch die Stadt – neben Graz natürlich 😉 – wirklich nur ans Herz legen. Und obwohl ich mich in Wien auch jedesmal wie ein Tourist fühle, komme ich gerne für ein paar Tage hier her. Es ist eben unsere Hauptstadt und als Kleinstadtkind freut man sich immer, wenn man ein bisschen Großstadtluft schnuppern darf.

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In Zusammenarbeit mit Wien Tourismus.

 

5 comments

  1. Tolle Bilder, aber ich glaube für mich wäre Wien jetzt nicht so das Reiseziel. 🙂

  2. Liebe Viktoria,

    vielen Dank für diesen schönen Post. Da meine Eltern vor einem Monat in einen Wiener Vorort gezogen sind, kommen diese Tipps gerade recht. Über Weihnachten werde ich sie zwei Wochen lang besuchen, tausche meine Stadt (Hamburg) gegen Wien. Und freu mich total. Diese Spaziergänge klingen super, um wirklich andere Seiten von Wien kennen zu lernen.

    Liebe Grüße,
    Claudia

  3. Freut mich das dir Wien so gefällt!
    Liebe Grüße
    Alnis
    http://alnisfescherblog.com

  4. Bei mir ist es im Moment gerade umgekehrt. Ich bin ein Großstadtkind, dass gerne Kleinstadtluft schnuppert 😉 Aber dennoch habe ich sehr viele Lieblingsplätze in Wien!

    Bei mir läuft übrigens gerade ein nettes Giveaway. Vielleicht magst du ja mitmachen 😉 http://tinainthemiddle.com/granatapfel-die-frucht-der-goetter-give-away/

    LG, Tina

  5. Hallo Viktoria,
    Deinen Bericht finde ich super, du hast tatsächlich nicht so offensichtliche Dinge gefunden und hast deine Kurzreise schön beschrieben. Was kann man da noch sagen, außer: Ich möchte auch endlich mal nach Wien! 😉
    Alles Liebe, Jean

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