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Lautlos

Lautlos

Wenn sich Stille über das senkt, was wir unser Leben nennen, hält die Welt eine Sekunde lang den Atem an und schließt die Augen. Wie wir, die wir die Augen schließen vor dem, das wir fürchten. Die Augen zu öffnen bedeutet das Dunkel in die Seele zu lassen, durchdringend und kalt. Die Ränder leicht beschienen vom Mondlicht, das die Wahrheit unwirklich und weit weg erscheinen lässt. Wenn ich Angst habe, schließe ich die Augen nicht. Ich habe nichts dagegen das Dunkel hereinzulassen, es umflutet mich, berührt mich, streichelt mich wie ein kalter Luftzug. Denn das Dunkel gleicht dir mehr als das Licht, es kann verstecken, was nicht an die Oberfläche gelangen soll und beschützt das, was nicht in Vergessenheit geraten soll. So wie die Gedanken an dich. Umhüllt von Dunkel. Undurchdringlich. Kalt. Und doch wünsche ich mir nichts sehnlicher, als einen Schritt in deine Finsternis gehen zu können. Das Tor zu öffnen. Lautlos.
 

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