Close
4 Gründe, warum man in Wien einen zweiten Blick riskieren sollte

4 Gründe, warum man in Wien einen zweiten Blick riskieren sollte

Wien ist anders. Wien ist für uns Landkinder eine Großstadt und trotzdem eine in sich geschlossene kleine Welt. Wien ist an einer Ecke modern und an einer anderen fühlt man sich 100 Jahr in die Vergangenheit zurück versetzt. Wien ist laut und eine Straße weiter überraschend leise. Wien ist an manchen Orten so, wie man sich Österreich in Kitschfilmen vorstellt. Und vor allem ist Wien nur 2 Autostunden von Graz entfernt und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Ich war schon oft in Wien, manchmal beruflich, öfter privat, aber Wien ist eine Stadt, die man hundert mal besuchen kann und man wird immer wieder etwas entdecken, das man noch nicht kennt. Eine Gasse, einen Ausblick, einen Platz, ein Restaurant… Am schönsten finde ich Wien auf den zweiten Blick. Abseits der ausgetretenen Touristenpfade, dort wo der Glanz vielleicht schon ein wenig abgeblättert ist, wo man den Kern durch die raue Schale sieht. Denn vor allem dort lohnt es sich, einen zweiten Blick auf Wien zu riskieren, einfach mal die Straßenseite zu wechseln oder zurück über die Schulter zu blicken. Warum man das tun sollte? Dafür gibt es 4 Gründe. Und natürlich noch viel mehr…

GRUND 1:

HINTER UNSCHEINBAREN FASSADEN VERSTECKEN SICH NICHT SELTEN DIE SCHÖNSTEN HOTELS

Wien_Hotel_Das_Triest_Stiegenhaus

Wie Das Triest in dem She-Lynx und ich kürzlich eine Nacht verbracht haben. Das Hotel liegt in der Wiedner Hauptstraße im 4. Bezirk, von den Zimmern aus kann man den Stephansdom sehen. Wenn man Lust hat, kann man in 15 Minuten zu Fuß zum Stephansplatz spazieren oder mit der U-Bahn vom Karlsplatz eine Station weiter fahren, dann ist man ebenfalls in wenigen Minuten dort.
Vor über 300 Jahren war Das Triest ein Pferdebahnhof und Sitz der Postkutschenverbindung zwischen Wien und Triest. Dass Salon, Suiten und Seminarräume einst Pferdeställe waren, sieht man längst nicht mehr, aber man spürt einen Hauch der guten alten Zeit und wenn man die Augen schließt, kann man sich fast vorstellen, wie Damen und Herren von Hofe die Marmorwendeltreppe nach unten schreiten. 
Auch wir sind auf dieser Treppe geschritten obwohl es natürlich auch einen Aufzug gibt. Aber so konnten wir die Ecken und Nischen sehen, in denen frische Blumen und gemütliche Sessel an den Fenstern stehen. Man sieht auf den ersten Blick, dass man hier sehr viel Liebe und Zeit in Details investiert und trotzdem wirkt alles nicht zu durchgestyled oder verliert die persönliche Atmosphäre.

Wien_Hotel_Das_Triest_Ausblick

Wien_Hotel_Das_Triest

Wien_Hotel_Das_Triest_Lobby

Wien_Hotel_Das_Triest_Zimmer-3

Wien_Hotel_Das_Triest_Zimmer-1

Wien_Hotel_Das_Triest_Zimmer-2

Wien_Hotel_Das_Triest_1

Unsere beiden Zimmer waren schlicht aber hochwertig eingerichtet, sauber und wirkten nagelneu. Der große iMac dient als Fernseher auf dem man auch ins Internet kann, WLAN ist im gesamten Hotel kostenlos verfügbar. Die Verbindung ist gut, Youtube-Videos kann man ohne Ruckeln ansehen und als ich meinen Blog öffnete, fühlte es sich am iMac gleich ein bisschen wie zuhause an. Das Bad ist groß und man hat sehr viel Abstellfläche für eine mitgebrachten Sachen – etwas, das ich in so vielen Hotels vermisse. Charmant fand ich auch die Badarmaturen die wirken, als stammten sie noch aus der Zeit vor der Restauration des Hotels.
Abends tranken wir noch einen Cocktail in der Silver Bar, die zum Hotel gehört. Ich habe die Seiten der Cocktail-Karte gezählt, es waren 42 und alleine für einen Gin-Tonic hatte man über 2 Seiten mit verschiedensten Gins zur Verfügung, dessen Namen ich zum Teil noch nie gehört hatte. Neben Spiegeln als Designobjekte ziehen sich Schwarz-Weiß-Bilder mit schwarzem Rahmen wie ein roter Faden durch das Hotel. Darauf zu sehen sind Mitarbeiter des Hotels und beim Frühstück erkannten wir unter anderem den Barmann vom Vorabend wieder. Das Frühstück selbst lässt keine Wünsche offen und ich bin immer etwas traurig, dass ich das viele Angebot gar nicht ausnützen kann und auch mit Kaffee, Tee, Brot und Müsli vollkommen zufrieden bin. Es gab auch selbstgemacht Marmelade, Bio-Fruchtsäfte, jede Menge verschiedenster Brot- und Gebäcksorten, Käse, Wurst, Toast, Eier, Speck und Würstchen.

Ein absolutes Highlight des Hotels ist auf jeden Fall der Innenhof-Garten, der wie eine grüne Oase inmitten der Häuserfronten liegt und wo man die Vögel zwitschern und in den Weinreben, die an der Hauswand empor wachsen, rascheln hört. Ich glaube, im Sommer könnte ich mich hier tagelang mit einem Buch und einem großen Krug Eistee aufhalten, lesen oder einfach nur in den Himmel blicken…

Wien_Hotel_Das_Triest_Garten-5

Wien_Hotel_Das_Triest_Garten-4

Wien_Hotel_Das_Triest_Garten-3

Wien_Hotel_Das_Triest_Garten-1

She-Lynx und mir hat unser Aufenthalt sehr gut gefallen. Ich mag es, wenn Hotels nicht so glatt und uniform sind, wenn man die Geschichte und Persönlichkeit eines Gebäudes spürt und wenn man sich willkommen fühlt. So ging es mir auf jeden Fall, das Personal hatte immer Zeit für ein paar Worte und am Abend unserer Ankunft wartete als kleine Überraschung ein Säckchen getrocknete Früchte und ein Schächtelchen Pflegeprodukte im Zimmer auf uns. Dazu gab es eine handgeschriebene Karte mit persönlicher Ansprache. Klar, das sind Kleinigkeiten, aber ich finde, dass gerade solche Kleinigkeiten darüber entscheiden, ob man sich wohl fühlt oder nicht. Von außen wäre mir Das Triest wahrscheinlich nicht weiter aufgefallen, aber es lohnt sich, einen Blick hinter die Fassade zu werfen, denn dahinter verbirgt sich ein zauberhaftes, modernes Hotel mit altem Flair.

 

GRUND 2:

IN KLEINEN, UNSCHEINBAREN GASSEN VERSTECKEN SICH DIE SCHÖNSTEN HINTERHÖFE UND GEHEIMTIPPS

Griechengasse mit Laterne am Abend (1. Bezirk)Griechengasse mit Laterne am Abend (1. Bezirk) | Foto: Schaub-Walzer / PID

 

Es lohnt sich, die Touristenpfade zu verlassen und einfach mal in kleine Gassen einzubiegen. Manchmal findet man dort hübsche kleine Läden, Kaffeehäuser oder Restaurants, die in keinem Reiseführer stehen und die man so nicht entdeckt hätte. Vielleicht habt ihr Lust auf traditionelle Küche im Stomach, auf italienischen Kaffee zwischen Vintagefahrrädern im Radlager, auf Essen wie bei Oma im Heinz oder auf die Coffee Pirates in einem modernen Kaffeehaus, das trotzdem zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. 

Was ich an Wien noch liebe sind die Häuserfassaden. Manchmal leer, alt, verfallen, aber niemals ohne Charme. Und die Türen. Ich könnte eine ganze Fotoserie nur aus Türen und Eingängen machen.

Wien_Ausblick_Steffl

Griechengasse mit Laternen am Abend (1. Bezirk)Griechengasse mit Laternen am Abend (1. Bezirk) | Foto: Schaub-Walzer / PID

 

Wien_Hotel_Das_Triest_Strasse

Zum Basilisk in der Schˆnlaterngasse (1. Bezirk)Zum Basilisk in der Schönlaterngasse (1. Bezirk) | Foto: Schaub-Walzer / PID

 

Wien_Hotel_Das_Triest_Gasse

Wien_Chanel_Louis-Vuitton

Wien_alte-Geschaefte

 

GRUND 3:

NIRGENDWO FINDET MAN MEHR UNIKATE ALS IN WIENS KAFFEEHÄUSERN

Wien-Kaffeehaus-Stimmung 

Die ältere Dame, die schon seit zwei Stunden vor ihrem Bier sitzt und sich mit ihrem Hund über die Unfreundlichkeit des Kellners unterhält. Das Paar, das jeder in seine Zeitung vertieft ist und sich um 11 Uhr ein Würstl mit Kren bestellt. Der junge Mann, der seit einer Stunde auf seinem Laptop tippt und dabei seinen Kaffee völlig vergessen hat, der inzwischen kalt geworden ist. Der alte Herr, der seinen besten Anzug trägt, sich ein Schnitzel mit Kartoffelsalat bestellt, Hut und Stock neben sich auf den Stuhl legt… Ich könnte Stunden und sogar ganze Tage damit verbringen, Menschen in Kaffeehäusern zu beobachten und möchte so gerne eine Fotostrecke daraus machen. Aber ich bin zu feige um die Leute anzusprechen und zu fragen ob ich sie fotografieren darf. Meiner Meinung nach lernt man in Kaffeehäusern sehr viel über die Kultur der Stadt, über das Leben der Menschen, den Alltag, die Gewohnheiten. Und ich finde es spannend zu sehen, wie Leute miteinander umgehen, wie sie sich unterhalten und obwohl auch ich gerne alleine in Cafés sitze macht es mich manchmal unendlich traurig, wenn ich ältere Menschen dort ganz alleine sehe. Ich würde mich gerne dazu setzen, aber auch das traue ich mich nicht.

Wien_Kaffeehaus-1

Cafe Sperl - Kassa ( 6., Gumpendorfer Strafle 11)Cafe Sperl – Kassa (6., Gumpendorfer Straße 11) | Foto: Schaub-Walzer / PID

 

Wien-Kaffeehaus_Flair

 

GRUND 4:

WIEN HAT MEHR ZU BIETEN ALS DIE GROSSEN SHOP-KETTEN

Wien_Douglas

Wenn ihr in Wien zum Shoppen seid, dann geht auch einmal an den großen Ketten vorbei und schaut in die kleinen Läden. Beauty-Interessierte sollten unbedingt einen Blick ins Staudigl werfen. Der Shop ist nicht nur rein optisch ein Highligt, man findet dort findet auch eine große Auswahl an Naturkosmetik-Marken, die ich vorher noch nicht kannte. Ebenso verhält es sich mit dem Stattgarten, man möchte am liebsten ewig stöbern. Danke an Mirela, für die beiden Tipps. Auch der Craptree & Evelyn in den Ringstraßen Galerien ist immer einen Besuch wert. Wenn ihr bekannte Wege nicht verlassen möchtet, werft einen Blick in die Geschäfte, die sich in alten, ehrwürdigen Gebäuden befinden. Man spürt die Geschichte und irgendwie wirkt dort der langweiligste Pullover glamouröser ins Licht gerückt…

Wien_StattgartenFoto: Stattgarten (www.stattgarten.at)
Die Übernachtung im Hotel wurde uns zur Verfügung gestellt.

 

..

4 comments

  1. Oh wie schön. Ein toller Bericht. Das Hotel sieht super klasse aus.

  2. So ein schöner Bericht, gehe jetzt hoffentlich ganz anders durch Wien. Schön!!

  3. Das Hotel werde ich mir merken…Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Close