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Verfall

Verfall

Verfall
Georg Trakl
Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

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Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten,
Träum ich nach ihren helleren Geschicken,
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.

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Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern.

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Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.

1 comment

  1. Ein sehr schönes Gedicht. Mir gefällt sehr gut wie du es mit den Bildern untermalt hast!
    Ich musste dieses Gedicht übrings in meinem Abitur analysieren :o)
    Alles Liebe,
    Lilie

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